Alternative Anlagen: Alternative Anlagen: Auswahl
Endlich, nachdem wir die ganzen quantitativen und qualitativen Analysen durchgearbeitet haben, müssen wir eine letzte Auswahl treffen, bevor wir alternativen Managern unser Geld anvertrauen. Wir müssen uns die Gebührenstruktur anschauen, um abschätzen zu können, welchen Einfluss sie auf den Investitionsertrag haben wird.
Die meisten Anleger kennen die übliche jährliche Verwaltungsgebühr, bei welcher ein kleiner Prozentsatz als Bezahlung für die Vermögensverwaltung abgezogen wird. Bei den alternativen Anlagen wird neben dieser jährlichen Gebühr auch eine zusätzliche Erfolgsbeteiligung erhoben. Diese beträgt meistens 15%-20% der erreichten Performance.
Gewisse erfolgsabhängige Verwaltungsgebühren gehen noch einen Schritt weiter, indem eine bestimmte Schwelle erreicht werden muss, bevor die Erfolgsgebühr zum Tragen kommt. Die üblichsten Strukturen sind die sogenannte "High-Watermark" und die "Hurdle Rate". Bei ersterer kann der Manager nur eine Gebühr beziehen, wenn der Gesamtwert des Fonds den Wert der vorangegangen Periode übertrifft, in welcher dem Vermögensverwalter eine Gebühr bezahlt wurde.
Dies hat den Vorteil, dass wenn der Fonds Verluste erleidet, diese akkumulierten Verluste zuerst ausgeglichen werden müssen, bevor wieder eine Erfolgsbeteiligung abgezogen werden kann.
Bei der "Hurdle Rate" muss der Vermögensverwalter zuerst einen gewissen Basisertrag erzielt haben, z. B. 5%, bevor er eine Erfolgsbeteiligung ausbezahlt erhält.
Es ist ganz klar, dass mit einer Erfolgsbeteiligung des Vermögensverwalters die Gefahr besteht, gegen das vereinbarte Risiko-/Ertragsprinzip der alternativen Anlagestrategie zu verstossen. Entweder wird der Verwalter ein höheres Risiko eingehen, um einen höheren Ertrag zu erreichen oder wenn die "Hurdle Rate" erreicht ist, wird er auf Nummer Sicher gehen und ein kleineres Risiko einnehmen. Es gibt auch Portfoliomanager, die eine risikoadjustierte Erfolgsbeteiligung anhand der Volatilität des Fonds berechnen, um so diese Diskrepanz auszugleichen.
Extrem hohe Erfolgsbeteiligungen haben einen Einfluss auf die gesamte Performance einer Strategie. Anleger sollten sich auch in Acht nehmen vor der Akkumulation verschiedener Gebühren. Dies kann z. B. der Fall sein, wenn eine gewisse Anzahl von Gegenparteien oder Vermittlern am Verkauf des Fonds oder Produktes beteiligt sind. Vermittler wie Banken und Broker werden möglicherweise für ihre Beratung und Portfoliozusammensetzung eine Gebühr verlangen. Vielleicht werden sie sogar eine Garantie für das Produkt anbieten. Diese Gebühren werden immer zusätzlich zu den Gebühren und Beteiligungen der alternativen Vermögensverwalter erhoben. Gewisse alternative Anlagen können vier bis fünf Ebenen von Gebühren beinhalten, bevor sie an die Anleger verkauft werden.
Zusammenfassend können wir feststellen, dass sich alternative Anlagen stark von traditionellen Fonds unterscheiden, aber die drei Etappen für eine erfolgreiche Anlage sind dieselben.
- Analysieren Sie Ihr Anlageziel hinsichtlich Risiko, Rendite und Zeithorizont. Danach können Sie Ihr optimales Portfolio zusammenstellen.
- Informieren Sie sich gründlich. Achten Sie auf die Risiko-/Ertragsfaktoren der unterschiedlichen Strategien. In den meisten Fällen wird die Allokation bei alternativen Anlagen nach einem sogenannten "Top-Down"-Ansatz vorgenommen, d.h. zuerst wird die Strategie bestimmt und dann der einzelne Vermögensverwalter.
Sie sollten auch einen professionellen Berater fragen, der Sie in der Portfoliozusammensetzung und auf der Suche nach dem geeigneten Vermögensverwalter unterstützt. Einen Berater aufzusuchen, zeugt von gesundem Menschenverstand, wobei in einigen Ländern dieses Vorgehen sogar gesetzlich vorgeschrieben ist.